Archive for the ‘Wörter’ Category

Dadebei

Sonntag, Dezember 23rd, 2012

Dadebei

Ein wunderschönes Wort. Und dadehinter stehen noch mehr von der Sorte! Dieser Beitrag soll die weltweit einzigartige Wortfamilie sammeln und erstmals komplett präsentieren. Aber dadezu muss man zum Beispiel Wirtschaftsgesprächen lange zuhören. Und dadegegen, dass man nicht wieder alles vergisst, sollte man Notizen machen, weil nur dademit kann man nachvollziehen, was daderüber erzählt wurde, als der Wirt daderan gezweifelt hat, was dadevor gesagt wurde.

Dadefür hat irgendwann niemand mehr irgendwas dadevon verstanden, was daderunter gemeint war.

Aber daderauf sollte man sich immer einigen können: Daderauf, daderein und daderum werden desdewegen eher selten verwendet.

Alle zusammen:
Dadebei, dadehinter, dadezu, dadegegen, dademit, daderüber, daderan, dadevor, dadefür, dadevon, daderunter, daderauf, daderein, daderum sowie der entfernte Verwandte desdewegen.

Edit 1:

Die Adverbien aus der Dadebei-Wortfamilie haben noch ein paar Verwandte. Meist relativ unbekannt, formell aber vollkommen in Ordnung, sofern das wichtig ist.
Wodebei, wodehinter, wodezu, wodegegen, wodemit, woderüber, woderan, wodevor, wodefür, wodevon, woderunter, woderauf, woderein, woderum.

Edit 2:

Fast vergessen und der Vollständigkeit halber die noch unbekannteren Varianten:

Hierdebei, hierdehinter, hierdezu, hierdegegen, hierdemit, hierdrüber, hierderan, hierdevor, hierdefür, hierdevon, hierderunter, hierderauf, hierderein, hierderum.

Neulich auf der Autobahn…

Dienstag, November 8th, 2011

 …überhole ich einen Beulendoktor und denke so bei mir: Scheint ein lukrativer Job zu sein, wenn er seinen Lebensunterhalt mit den wenigen Beulen bestreitet, die einem im Leben so begegnen. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wann ich überhaupt einmal ein Auto mit Beulen gesehen habe.
Autos mit Dellen, ja, die gibt es überall, aber mit Beulen?
Und wie fängt man die sich ein?

Nicht einmal ein Marder unter der Motorhaube, aufgeschreckt durch einen plötzlich Startvorgang, könnte in Panik so fest von innen gegen die Haube springen, dass eine Beule entstünde.
Ein innerer Hagelschaden ist auch eher unüblich.

Bei nächster Gelegenheit werde ich den Doc einfach mal fragen.

schön

Mittwoch, März 23rd, 2011

„Schön“. Ein wundervolles Wort. Lautmalerisch absolut passend, braucht zumindest gesprochen eigentlich keine Steigerungsformen, da man den Vokal beliebig dehnen kann. Im Gegenteil, „schöner“ und „am schönsten“ fühlen sich dagegen sogar irgendwie schwächer an.
Der Vergleich zu anderssprachigen Übersetzungen zeigt, wie herausragend „schön“ tatsächlich ist. Beim englischen „beautiful“ zeigt das Kopfkino gerne eine etwas dickliche, grell geschminkte Dame mit schriller Stimme: „Oh my gaaad, isn’t that biuuuutifullll“. Und das französischen „beau“ scheint gar nicht „schön“ zu meinen. Klingt irgendwie unterkühlt…

Weingut

Mittwoch, März 23rd, 2011

Weingut

Für einen Rheingauer gibt es hier nichts Überlegenswertes – hier ist Wein fast immer gut. Aber um diese Assoziation soll es gar nicht gehen.
Schaut man sich Weingut mal aus einer anderen Perspektive an, ergibt sich spätestens bei der Suche nach einem Synonym ein völlig neues Wort und damit eine neue Dimension:

Heulfein oder auch flennhübsch.

Das klingt doch stark nach Oxymora! Wikipedia definiert das Oxymoron als „eine rhetorische Figur, bei der eine Formulierung aus zwei gegensätzlichen, einander (scheinbar) widersprechenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen gebildet wird.“ und weiter heißt es „Der innere Widerspruch eines Oxymorons ist gewollt und dient der pointierten Darstellung eines doppelbödigen, mehrdeutigen oder vielschichtigen Inhalts, indem das Sowohl-als-auch des Sachverhaltes begrifflich widergespiegelt wird.“

Heulfein oder flennhübsch können demnach also als Aufforderungen zum Wimmern verstanden werden, die durch ihre scheinbare Widersprüchlichkeit als Sarkasmus interpretiert werden sollen.

Wer dem Autor bis hierher folgen konnte, wird nun mit ihm auch wieder den Weg zurück gehen und fragen, was das nun alles für „Weingut“ in seiner ursprünglich beabsichtigten Bedeutung heißt?
Wein vielleicht doch nicht gut, wegen Oxymoron und so?